Mag. Dr. Patrick Moser - Strategieagentur für kundenfokussiertes Management

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Wieso Abkupfern schwieriger ist als gedacht, oder: Die Rolle kausaler Ambiguität im Rahmen der Imitation.

September 5, 2019

Sie kennen das: einer Ihrer Mitbewerber leistet sehr gute Arbeit. Seine Marktanteile steigen, vielleicht sogar auf Kosten der Ihren. Neidvoll verfolgen Sie die Aktivitäten des Kontrahenten und Sie kommen zum Schluss: Was der kann, können wir auch!

Sie beginnen die Positionierung des Mitbewerbers zu imitieren, der Erfolg stellt sich aber nicht gleichermaßen ein. Sie beginnen den Konkurrenten tiefer zu analysieren. Sie wissen: Sie als strategischer Entscheider müssen letztlich immer mit einer unvollkommenen Informationslage fertig werden, zudem sind Ihre Entscheidungen aufgrund der immanenten Subjektivität immer nur begrenzt rational. Sie müssen Annahmen treffen. Sie identifizieren mehrere plausible Gründe für den Erfolg des Konkurrenten, Sie sind aber unsicher…

Die erfolgsbringende Konfiguration des Unternehmens erschließt sich Ihnen nicht auf den ersten Blick. Welcher Faktor hat den größten Einfluss auf seinen Erfolg? Was ist kausal bedingt, was ist Zufall? Es gibt womöglich mehrere Kausalstränge, die den Erfolg begründen könnten - wir haben es mit Mehrdeutigkeit zu tun, mehrere Optionen können richtig sein. Die tatsächliche (korrekte) Kausalität ist nicht klar. Wir haben es mit kausaler Mehrdeutigkeit zu tun, mit kausaler Ambiguität.

 

Abgesehen davon, dass MeToo-Produkte für gewöhnlich aufgrund der Wahrnehmung beim Konsumenten nicht an den Erfolg der Vorbildartikel herankommen, ist die kausale Ambiguität der Fallstrick in Imitationsinitiativen. Es bedeutet ganz einfach, dass Imitation an sich schwer ist, weil man nicht genau sagen kann was man imitieren muss um denselben Erfolg zu bekommen.

 

Aus diesen beiden Gründen raten wir grundsätzlich immer davon ab einen Mitbewerber imitieren zu wollen. Wenn die Unternehmen innerhalb einer Branche zwar grundsätzlich im selben externen Umfeld angesiedelt sind, sind die unternehmenseigenen Faktoren – die Fähigkeiten der Mitarbeiter, die materielle und immaterielle Ressourcenausstattung des Unternehmens – immer verschieden. Jedes Unternehmen ist einzigartig!

Und deshalb ist jede Erfolgskonfiguration, jede erfolgreiche Unternehmensstrategie eines, nämlich: einzelfallspezifisch. Erst die Analyse der verfügbaren Ressourcen und die daraus resultierende Ableitung eines Stärken-Schwächen-Profils ermöglicht eine Verbindung mit dem Chancen-Risken-Profil des Umfelds (Branche, Markt). Daraus entsteht eine hochindividuelle einzelfallspezifische Strategie.

 

Die Quintessenz: Vergessen Sie Imitation, Sie werden damit ohnehin scheitern. Erarbeiten Sie stattdessen eine einzelfallspezifische Erfolgsstrategie auf Basis Ihrer Fähigkeiten und Ressourcen.

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