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Digitale Disruption - Risiko und Chance unserer Zeit

February 21, 2018

Skeptiker gingen davon aus, dass es Jahrzehnte wenn nicht Jahrhunderte dauern würde, als sich im Jahr 1990 Forscher an die Entschlüsselung der menschlichen DNA machten. Bereits 13 Jahre später war der Durchbruch gelungen und das Human-Genom-Projekt erreichte sein Ziel. Wie war das möglich gewesen? Ein Grund dafür war die rasche, exponentielle Entwicklung der dafür notwendigen Technologien (vgl. Handelsblatt, 2016).

Nunmehr gehen Zukunftsforscher davon aus, dass es mit der Digitalisierung ähnlich schnell vorangehen wird und damit ganze Wirtschaftszweige tiefgreifend erschüttert werden. So sind sich viele Forscher sicher: die digitale Transformation hält ungeahnte neue Möglichkeiten bereit: Denn die Kombination einzelner Technologien, wie der Cloudtechnologie, der künstlichen Intelligenz, immer weiter steigender Rechnerleistung, der Robotik, des 3D-Drucks, der Sensorik, Big Data, usw. wird in vielen Branchen zu völlig neuen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen führen (vgl. Matzler et al., 2016).

Dabei werden viele dieser Veränderungen von disruptiver Natur sein – soll heißen: sie werden bestehende Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle ablösen und ersetzen, und dies in immer rascheren Zeitabständen.

Technologischer Fortschritt ist von exponentiellem Wachstum geprägt und so unterschätzen viele Unternehmen dessen Dynamik und reagieren zu langsam. Dies passierte etwa Kodak, als diese – zwar die Erfinder der digitalen Fotografie – zu spät vom Fokus auf die analoge Fotografie abließen. Kodak wollte sich lange Zeit nicht vom äußerst profitablen Geschäftsmodell der analogen Fotografie, die auch den Verkauf und die Entwicklung von Filmen umfasste, trennen. In der Regel sind es Neueinsteiger oder Startups, die durch den Einsatz neuer Technologien oder durch das Ändern eines bestehenden Geschäftsmodellmusters Branchen verändern oder gar überflüssig machen. Bspw. machte Netflix Videotheken überflüssig, Spotify forderte die Musikindustrie heraus und möglicherweise werden Fintechs die Bankenindustrie erschüttern (vgl. Matzler et al., 2016).

Eine Reihe von Schätzungen geht davon aus, dass deshalb ein großer Teil der heutigen Top-Unternehmen in wenigen Jahren verschwunden sein wird. Ebenso wird ein Großteil der heutigen Arbeitsplätze durch Digitalisierung verschwinden. Dabei vorrangig jene Tätigkeiten, die einfach und schnell standardisierbar sind. Beispielsweise klassische Sachbearbeiter mit Routinetätigkeiten, Fabriksarbeiter, aber auch Rechtsanwälte, da deren Beratungsleistung ebenso standardisiert werden kann. Kreative Tätigkeiten und jene, bei denen Projekte eigenständig vorangetrieben werden, scheinen sicherer (vgl. Meyer, 2018).

Zwar sind diese Effektive zweifelsohne negativ, dennoch bieten die neuen technischen Möglichkeiten auch eine Reihe von Möglichkeiten: Noch nie war es so einfach ein Unternehmen zu gründen, noch nie war es so einfach an Venture Capital zu gelangen und noch nie konnte man so schnell und so einfach Konsumenten und Konsumentinnen auf dem ganzen Globus erreichen.

Damit eröffnet die gegenwärtige Situation immense Innovationschancen für Produkte einerseits und ganze Geschäftsmodelle andererseits. Damit ist dringend angeraten das eigene Geschäftsmodell zu hinterfragen – wie generieren wir Wert für den Kunden? Wie kapitalisieren wir diesen Kundenwert auch für unser Unternehmen? Welchen Teil der Wertschöpfung können wir für uns beanspruchen? Gassmann et al. (2017) liefern 55 Grundmuster von Geschäftsmodellen und argumentieren, dass 90% aller neuen Geschäftsmodelle nicht wirklich neu sind, sondern auf der Rekombination der 55 Grundmuster fußen.

Es ist also an der Zeit im Sinne Schumpeters Innovation als Akt kreativer Zerstörung zu verstehen und dafür zu sorgen das eigene Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Gerade wenn es um das Thema digitaler Disruption geht, bietet die Analyse und die Entwicklung des eigenen Geschäftsmodells ein probates Mittel sich für die Zukunft zu wappnen.

 

 

Quellenverzeichnis:

Gassmann, O, Frankenberger, K./Csik, M. (2017): Geschäftsmodelle entwickeln. 55 innovative Konzepte mit dem St. Galler Business Model Navigator. Hanser.

Matzler, K./Bailom, F./Friedrich von den Eichen, S./Anschober, M. (2016): Digital Disruption – Wie Sie Ihr Unternehmen auf das digitale Zeitalter vorbereiten. Vahlen.

Meyer, J. U. (2018): Digitalisierung der Arbeitswelt: Ist mein Job schon in Gefahr? Download unter:

https://www.karriere.at/blog/digitalisierung-arbeitswelt.html [13.02.2018]

o.V./Handelsblatt (2016): Wie der technische Fortschritt die Welt verändert. Download unter: http://www.handelsblatt.com/adv/digital-vernetzt/wirtschaft-technologie/industrial/digitale-disruption-wie-der-technische-fortschritt-die-welt-veraendert/13946322.html [13.02.2018]

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